Ungünstiger hätten die äußeren Bedingungen für eine Freiluftveranstaltung Mitte Juli nicht sein können: Acht Grad (8°!!) und Dauerregen. Doch die Überraschung: an die achtzig Kunstfreunde (darunter auch OB Dr. Netzer) machten sich mit den Künstlerinnen und Künstlern, den Veranstaltern Dr. Gerhard Weber und Anne de Saint Aubain von der Stadtarchäologie und dem Führer Thomas Gehring (sein Text ­ stark gekürzt ­ im Anschluss) auf den Weg vom Zumsteinhaus durch die Stadt hinauf zum Tempelbezirk im APC­Park, wo nach über zwei Stunden Kunstgenuss mit einem von der Dresdner Bank gesponserten römischen Imbiss ein Gaumengenuss wartete. Dort war es zwar kein bißchen wärmer, aber unter Dach und die heißen Würzwürste hochwillkommen. Alles in allem ein super Event (falls sich jemand an diesem „Neudeutsch“ stört: es kommt beides aus dem Lateinischen und heißt neben „ein erhabenes Ereignis“ auch „ein überaus günstiger Ausgang“).

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In den kleinen Thermen zeigte Pit Kinzer in seiner Installation „Rom ist überall - Latein im Alltag“, welch große Fülle an römischen Spuren es in unserer Sprache gibt. Auf dem PC können über 3500 Wörter abgerufen werden, über 1500 wurden visualisiert, ausgewählt aus Zeitungen und Zeitschriften, vor allem Schlagzeilen, Slogans, Werbeanzeigen. Besonders verblüffend ist die Bedeutung der Wörter, Namen und sprachlicher Neuschöpfungen mit lateinischer Herkunft in der Konsumwelt. Gerade Produktnamen von Luxus-, Kosmetik und High-Techartikeln machen den Rekurs auf die „tote“ Sprache der Römer. Der lateinische Namen erweist sich als beliebter Marketingtrick.

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So erweist sich die virtuelle Spurensuche am Computer als sprachlicher und bildlicher Gang durch die Warenwelt und Werbeästhetik im Jahre 2000.
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Ein Super-Event: Kunstspur - römische Spur
Künstlerische Recherchen zur Aktualität der Antike

Kunstspur - Römische Spur Kempten, APC-Gelände 16.07. - 14.08.2000
im Bilde 3/2000, September 2000
P.K./Thomas Gehring
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1 Pit Kinzer erläutert seine Installation
2 Alle Beteiligten: hintere Reihe v.l.n.r.: Markus Schlee (München), Dele Müller (Webams), Pit Kinzer (Markt Rettenbach), davor Annibel Cunoldi (Berlin), verdeckt von Stephan Rustige (Trunzen), Silvia Breitwieser (Berlin), Gertraud Küchle-Braun (Albus), vordere Reihe: Uwe Rudolf (Sulzberg), Waltraud Funk (Immenstadt), Edith Baumann (Immenstadt), Fritz Gilow (Berlin), Irene Bauer-Conrad (München), Barbara C. Schulze (Berlin), Manfred Maussner (Kempten), Osse Müller (München)