Ausstellung zwischen
zwei Buchdeckeln
Pit Kinzers lesenswerter neuer Katalog
Ein Katalog
ist keine Ausstellung. Ihm fehlt der Eindruck des unmittelbaren Erlebens. Ein
so exzellent gemachter wie der des Rettenbacher Künstlers Pit Kinzer allerdings
geht in gewisser Weise sogar über eine Ausstellung hinaus. Aufwändig
gestaltet bietet er unter dem Stichwort "Fotoarbeiten" einmal mehr
einen eindrucksvollen Beweis für die Kreativität des 55-Jährigen.
Dass Pit Kinzer nicht "nur" Künstler ist, sondern sich als Mediendesigner
auch mit angemessen wirkungsvoller Präsentation auskennt, lässt der
Katalog außerdem erkennen. Er lädt mit seinen exzellenten Vierfarbfotos
nicht nur zum Blättern ein, dank einer stattlichen Anzahl unterschiedlichster
Autoren ist auch das Hineinlesen ein Gewinn. Etwa durch die kenntnisreiche
Interpretation der Kinzer-Installation "Familiengrab", mit der der
Memminger Kulturamtsleiter Dr. Hans-Wolfgang Bayer zum tieferen Verständnis
von Kinzers Künstlerschaffen beiträgt. Oder die höchst amüsante
Glosse von Kolumnist Albert Hefele. Unter dem Titel "Wir Götter" liefert
er eine wunderbare Interpretation von Kinzers Gerngroß Models: Diese
Männschkerle böten "die Möglichkeit der Abbildung und der
Inszenierung einer Welt im Kleinen". Mit dieser Mixtur gewährt Kinzer
einen kurzweiligen, äußerst informativen Einblick in seine neueren
bis neuesten Projekte. Man vermisst so keine dazugehörige Ausstellung.
Es ist eine Ausstellung. Nur eben zwischen zwei Buchdeckeln.
iErhältlich
bei Pit Kinzer, Telefon (08392) 93363, E-Mail: kunstprojekte@pitkinzer.de oder
in der Buchhandlung Javurek. Preis 20 Euro.
Dürfte vielen bekannt vorkommen: "Der
Sprung ins Ungewisse" zierte bei der Memminger Meile die Kreuzherrnkirche,
jetzt ist das Gerngroß Model im aktuellen Kinzer-Katalog zu sehen.